Von der Lust auf Mobilität – Urlaubsreise im Wohnmobil

Die Lust auf Mobilität und Reisen spornte schon in den 1950ern den Erfindergeist der Deutschen an und führte neben der Knutschkugel Isetta von BMW auch zur Umfunktionierung der ab 1950 gebauten VW-Busse. Aus den ehemals auch als Lieferwagen genutzen Volkswagen-Bussen wurden rollende Zuhause mit Küche, Sitz- und Schlafplätzen. Der Siegeszug des `Bulli´ hielt bis in die 1970er an, als sich weltweit die Kinder der Liebe zur Selbstsuche nach Goa, Woodstock und San Francisco aufmachten. Inbegriff bequemer Freiheit und Unabhängigkeit, sind die `Bullis´ bis heute unter jungen Erwachsenen als Ferien- und Festivalmobil sehr beliebt. Das Fehlen eines Bades und weiteren Annehmlichkeiten, wie Stromanschluss, Sat-TV oder auch Klimaanlage, schreckte jedoch das gesetztere Reiseklientel vor dem Kauf von Campingbussen ab und führte letztlich zur Entwicklung von voll ausgestatteten Wohnmobilen ab den 1970ern. Vorreiter in dieser Hinsicht waren die USA, wo gerade Rentner ihren Alterswohnsitz gerne in mobilen Häusern, den Mobilhomes, einrichten. Inspiriert durch das großzügig gebaute Straßennetz Kanadas und den USA führte die Entwicklung bald zum Wohnmobil auf LKW-Fahrgestellen. Dies bot nicht nur Platz für separate Schlaf-, Wohn- und Badezimmer, sondern auch für eine Auto- beziehungsweise Motorradgarage. Auf dem engmaschigen Straßennetz Europas hingegen blieb die Vorliebe für wendige und funktionale Wohnmobile auf der Basis von Kleintransportern erhalten. Dabei ist gerade in Deutschland ein ideenreicher Wohnmobil-Markt entstanden, der vom Kastenwagen mit Aufstelldach über den Dachzeltbus bis hin zur abnehmbaren Wohnkabine auf dem Pickup reicht. Während in den Roaring Fifties die Sehnsucht nach Dolce Vita die deutschen Wohnmobilisten an die italienische Riviera, nach Rimini und an die Amalfiküste zog, ist die Passion der französischen Wohnmobilisten für die Schönheiten ihrer Heimat bis heute ungebrochen. Infolgedessen genießen Wohnmobilreisende in Frankreich eine hervorragend ausgebaute Camping-Infrastruktur, die mit bestens ausgestatteten Stellplätzen aufwartet. Insbesondere die Wohnmobilrouten entlang der Buchtenreichen Küste der Normandie und der Bretagne halten Wohnmobil-Stellplätze an Panorama-Aussichtspunkten, wie bei Étretat, Mont-Saint-Michel, entlang der Alabasterküste und der Côtes d’Armor, bereit. In den malerischen Flusstälern der Loire, Ardèche und der Dordogne hingegen laden die tosenden Wildwasserreviere zu erlebnisreichen Kanu- und Kajaktouren ein. Ein Erlebnis kann hier aber auch schon die Anreise mit dem Wohnmobil sein. So achteten zum Beispiel an einer historischen Brücke im Allier-Tal deutsche Touristen voller Urlaubsfreude weder auf die Gesamthöhe ihres mit Kanus beladenen Wohnmobils noch auf die Durchfahrtshöhe der Brücke und verloren nicht nur ihre Fracht mit lautem Geschepper. Wäre dieses Reisemobil gemietet gewesen, hätte die Vollkaskoversicherung diesen Schaden, der als grobe Fahrlässigkeit eingestuft wird, nicht übernommen. Gerade Reisende, die ein Wohnmobil mieten möchten, sollten sich daher schon vor Mietvertragsabschluss mit Versicherungsfragen auseinandersetzen und das Reisemobil bei der Übergabe auf eventuelle Schäden, wie Lackkratzer, Risse in Reifen und Glas sowie auf die Funktionsfähigkeit der Elektrogeräte, überprüfen. Ein besonders breit gefächertes Angebot an Miet-Wohnmobilen existiert in Nordamerika, wo Prärielandschaften, Nationalparks, die Rocky Mountains sowie natürlich die legendäre Route 66 zu Rundreisen mit dem Mobilhome einladen. Die meisten Rundreisen durch Kanada beginnen in Toronto oder Calgary, wo gerne Mobilhomes gemietet werden. Denn von hier aus lassen sich sowohl Rundreisen durch die Nationalparks Banff und Jasper als auch entlang der nordamerikanischen Great Lakes unternehmen. In den USA hingegen ziehen neben der malerischen Ostküste auch die Inseln der Florida Keys sowie natürlich Kalifornien mit den Metropolen San Diego, Los Angeles und San Francisco Wohnmobilisten in ihren Bann. Wer mit dem rollenden Zuhause in Übersee unterwegs sein möchte, erlebt insbesondere in Australien und Neuseeland ein weit verzweigtes Netz an Touristenstraßen. Ob durch das Outback, entlang des Waterfall Ways, über Tasmanien oder durch das Fjordland Südneuseelands, das Wohnmobil mieten ist hier ein Genuss. Denn die Mobilhomes in Australien und Neuseeland sind in der Regel mit modernster Technik ausgestattet und bieten zudem ein hohes Niveau an Komfort. Komfortabel und günstig sind Wohnmobilisten aber auch in den Ländern Skandinaviens unterwegs. Denn das skandinavische Jedermannsrecht bestimmt, dass Reisende auf allen öffentlichen Arealen eine Nacht campen dürfen. Gerade in den weiten Fjell- und Fjordlandschaften von Schweden und Norwegen ermöglicht diese Verordnung die kostenlose Übernachtung auf Parkplätzen mit grandioser Panorama-Aussicht. Dass manch Reisender dabei auch die unmittelbare Nachbarschaft zu einem Elch pflegen kann, erhöht natürlich noch den Reiz der individuellen Wohnmobilreise durch Skandinavien. Reizvoll sind zudem die Abenteuer, welche Wohnmobilisten oftmals zu bestehen hat. Denn trotz modernem Erfindungsgeist, der mit Rückfahrt-Kamera und Seitenabstandmesser hoher Sicherheit entgegenstrebt, kann die Urlausreise mit dem Wohnmobil so manche Tücken in sich bergen. Dies mussten auch schon Reisende erfahren, die einen unruhigen Schlaf pflegen und vergessen hatten die Handbremse ihres Wohnmobils anzuziehen. Die Lust auf Mobilität kennt unter Wohnmobilisten eben kaum Grenzen.

 

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3 Antworten auf Von der Lust auf Mobilität – Urlaubsreise im Wohnmobil

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  2. Martina sagt:

    Uns reicht schon der VW-Bulli, um Europa zu erkunden. Damit reisen wir nach Frankreich, Italien oder auch Kroatien. Vielleicht können wir uns auch irgendwann mal ein Wohnmobile leisten, aber braucht man wirklich einen Fernseher? Das einzige was praktischer wäre ist ein eignes Bad. Aber auch das finde ich nicht ganz so wichtig, so lernt man auf den Campingplätze wenigsten schnell die Leute kennen.

  3. Margot sagt:

    Für alle die noch nie mit einem Wohnmobil unterwegs waren – unbedingt einmal machen !
    Man ist unabhängig, kann hinfahren wo man will und verspürt ein unvergleichliches Freiheits gefühl (:
    Wir haben auch keinen Fernseher in unserem Wohnmobil und das finde ich auch gut so. Wenn man unterwegs ist braucht man den Fernseher in meinen Augen nicht.
    Das Campingplatz-Flair ist wirklich auch etwas besonderes, viele menschen die sehr unterschiedlich und doch in einem auf jeden Fall gleich sind..sie lieben das leben on the road (:
    LG